ico_youare10g.gif AUGUSTIN
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Themen der aktuellen Ausgabe

Den Dingen nicht dienen, an die wir nicht glauben können

Ich ersuche Sie, dieses Statement von Bischof Andreas Laun nach der Katastrophe von Duisburg (Quelle: kath.net) entspannt und in Ruhe zu lesen: Loveparade und Teilnahme an ihnen sind, abgesehen von ihrem abstoßenden Erscheinungsbild, objektiv eine Art Aufstand gegen die Schöpfung und gegen die Ordnung Gottes, sind Sünde und Einladung zur Sünde! (…) Man weigert sich anzuerkennen, dass die Loveparade, abgesehen von ihrem krankhaften Erschein...

Insekt mit Knallkörper

Beim Betreten des Gebäudes mit der repräsentativen Anschrift Wollzeile 1 wird das Auge unweigerlich irritiert: alu-gerahmte Glastüren, also Stangenware aus den 1970er-Jahren, im Gründerzeithaus! Die Portierlogen sind auch nicht mehr bemannt. In der einen hängen von Miriam Visaczki bemalte und beschriftete Glaskacheln, in der anderen steht ein offenes Pentagondodekaeder von Simone Klien. Dem Körper fehlt die zwölfte und schließende Platte, damit die Neonröhren aus seinem Inneren heraus in die Loge strahlen können. Wo früher auch das Finanzministerium werkte, darf jetzt noch bis zur Generalsanierung im Frühjahr 2011 der Kunstverein "das weisse haus" (ursprünglich in der Westbahnstraße angesiedelt) ran.

Victor, schau owa!

bettelverbot.jpg «Da liegen in einem einzigen Raum 40, 50 bis 70 Personen. Holzpritschen, elendes, altes Stroh, darauf liegen sie Körper an Körper hingeschlichtet. In einem solchen Raum, der etwa 10 Meter lang, 8 Meter breit und höchsten 2,2 Meter hoch ist, liegen über 40 Personen, für deren jede also kaum 4 Kubikmeter Luft bleiben. Da liegen sie denn, diese armen Menschen, ohne Betttuch, ohne Decke. Alte Fetzen bilden die Unterlage, ihre schmutzigen Kleider dienen zum Zudecken.» Das waren noch Zeiten, als die Führer der österreichischen Sozialdemokratie sich den entrechtetsten sozialen Milieus zuwandten. Das Zitat stammt aus Victor Adlers Bericht über die Situation der «Ziegelböhm’», der Sklaven der Favoritner Ziegelfabriken.

Stellung beziehen im Licht der Öffentlichkeit

Künstler und Künstlerinnen gaben im Zuge der Angelobung der schwarz-blauen Regierung vor genau zehn Jahren kräftige, politisch konnotierte Lebenszeichen von sich. Sie halfen mit, neue Protestformen zu kreieren. Darüber hinaus erreichten auch so manche explizit politische Arbeiten Nachhaltigkeit. Klein, aber oho war beispielsweise der von der Malerin Johanna Kandl gestaltete so genannte Widerstandsbutton. Oder die "Soundpolitisierung" der Plattform volkstanz.net. Ein mobiles Soundsystem rollte durch die Stadt, und der Philosoph Oliver Marchart schrieb dazu: " (...) diese Veröffentlichung der eigenen Position – das Stellungbeziehen einer bestimmten Community – muss man den Volkstanz-Demos zugute halten. Hannah Arendt hätte das – in ihren Worten – wohl so beschrieben, dass sich hier die Menschen aus dem Dunkel ihrer Clubs ins Licht der Öffentlichkeit begeben."

Alltag einer besonderen Flüchtlingshelferin

Filmporträt über Ute Bock

utebock.jpg Seit 2002 versorgt die ehemalige Erzieherin Ute Bock mit dem gleichnamigen Verein Menschen, um die sich eigentlich die öffentliche Hand kümmern müsste – AsylwerberInnen, traumatisierte Menschen, darunter viele Kinder, die auf der Straße stehen. Die Folgen der Ignoranz der Zivilgesellschaft und der Politik fluten täglich das Vereinslokal im 2. Wiener Gemeindebezirk. Von sieben Uhr früh bis zwei Uhr nachts hat Ute Bock, mit einem großen Team um sich herum, die Ohren für die Bedürfnisse der um Hilfe suchenden Menschen offen.

Plätze frei im Roma-Berufsorientierungskurs!

Jung, hip, eloquent, frech und sympathisch - aber ziemlich chancenlos

Eine wahre Geschichte über Lubo. Lubo ist jung, sympathisch und hip. Er kann sämtliche englischen Rap-Texte zitieren, ohne ein Wort davon zu verstehen. Er hat freien Eintritt in alle Hip-Hop-Club Wiens – und er ist arbeitslos. Doch warum fällt es einem so eloquenten und frechen jungen Menschen so schwer, eine Arbeit zu finden? Lubo hat den Hauptschulabschluss nicht geschafft. Er kommt aus einer Roma-Großfamilie. Der Vater verabschiedete sich früh, die Mutter lebte immer traditionell, gebunden an Familie und Herd.

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