GriechInnen in Wien – z. B. Manolis Schrank, Gänsehäufel
Wer an Bademeister denkt, hat schnell braun gebrannte Gigolos mit sportiven Sonnenbrillen im Kopf, sommerliche Mutanten der Schilehrerzunft. Vereinzelt tragen sie, wie im St. Pöltner Freibad, auch schon Shirts mit der Aufschrift Security, große breite Schränke, bei denen in Zweifel zu ziehen ist, ob sie des Schwimmens und Rettens mächtig sind.
Der Augustin wird den Fußball, der Fußball wird die Welt nicht ändern. Oder doch?
Der Augustin lädt zum Fußball-Cup. Zehn Hobby-Teams, soziologisch das Spektrum zwischen Dichtern und Obdachlosen ausfüllend (also eigentlich ein enges Spektrum), wetteifern um den Augustin-Pokal. In der internen Debatte über den Charakter des Fußballfestes feierte das abgehakt geglaubte Zerwürfnis zwischen Realos und Fundis fröhliche Urständ.
turnsäle haben immer etwas maskulines –
das muss wohl am geruch liegen.
vielleicht lag die unruhe einiger mütter
fussballtrainierender knaben daran;
ganz sicher lag sie jedenfalls auch am trainer.
die ersten, wenigen kinder liefen bereits in der halle,
als eine mutter verstärkt mit den wimpern
zu klimpern begann.
Der Dozent traf Groll bei der Schnellbahnbrücke über die Brünner Straße. Groll hielt mit einem Fernstecher Ausschau nach einem Zug. Er sei auf der Suche nach der lichten Zukunft, den Doppelstockgarnituren mit Panoramafenstern, sagte Groll, die Frage seines Freundes vorwegnehmend.
Der Dozent war erstaunt. «Seit wann interessieren Sie sich für die Bahn? Ich dachte, Ihr Herz schlägt nur für die Schifffahrt?»
Steil geht es nach oben,
wir müssen unsere Muskeln
anstrengen, atmen, gehen.
Aber es kann auch schön sein.
Als Belohnung gibt es die Aussicht,
Sonnenschein oder eine gute Jause.
Wann bist Du zuletzt
auf einen Berg gegangen?
Regisseur Julian Pölsler über die Literaturverfilmung "Die Wand"
Die Wiener Filmproduktionsgesellschaft coop99 arbeitet in Gosau/Oberösterreich an einem neuen, engagierten Filmprojekt. «Die Wand», der bekannte Roman von Marlen Haushofer, in dem eine Frau komplett abgeschnitten von jeglicher Zivilisation in einer Jagdhütte allein mit Tieren lebt, wird gerade mit Martina Gedeck verfilmt. Der Augustin traf Regisseur Roman Pölsler zum Gespräch über sein Herzensprojekt.
Frankreichs “travailleurs sans papiers“ mobilisierten für ihr Aufenthaltsrecht
Sie arbeiten, zahlen Sozialversicherung und haben dennoch keine gültige Aufenthaltsgenehmigung. In diese absurde Situation drängt das französische Recht tausende Menschen, die vorrangig aus ehemaligen Kolonialstaaten im Land der Franternité, Egalité und Liberté ihr Auskommen suchen. Streiks der betroffenen „sans papiers“ haben nun aufgezeigt, welche Sektoren ohne ihre Arbeit still stehen würden, und führten zu gesetzlichen Reformen.
Ohne Schmach und Pein und in der Gegend Herum-Knien
Einen Bettler-Automaten, nach einem Modell der Stadt Wien von 1927 gebaut, stellte der Künstler Johannes Heuer im Bezirksmuseum Floridsdorf aus – zwischen Schusterkugeln, zivilen Perkussionspistolen und mit Hakenkreuzen bestickten Taschentüchern.
Der russische Fürst Potemkin hat, so heißt es, der Zarin Katharina auf einer Inspektionsreise durch die Krim nur blühende Dorfattrappen gezeigt. Potemkinsche Dörfer schauen auf den ersten Blick also ganz passabel aus, verbergen aber, was sich eigentlich dahinter verbirgt.
Lastenfahrräder und Radanhänger kommen wieder in Mode
Lastenfahrräder waren lange Zeit nur noch bei der Post im großen Stile im Einsatz. Vereinzelt tauchten im Stadtbild noch Eisverkäufer oder Bäcker mit nicht motorisierten Transportvehikeln auf, doch es zeichnet sich eine Wende ab – das Fahrrad wird als Lastentransporter und Lastenschlepper wieder entdeckt.
Ein Symposion beleuchtete das Betteln in Wien aus verschiedenen Perspektiven
Wir alle kennen sie, die medialen Bilder von den «bettelnden Ostbanden», die täglich durch unsere Zeitungen geistern. Über das reale Leben der Menschen, die mit Betteln ein paar Euros zu verdienen versuchen, wissen wir allerdings wenig. Und wo Information fehlt, können Misstrauen, Angst und Hass Fuß fassen, kann eine Menschengruppe zu Sündenböcken stilisiert werden, kann mit Fehlinformation hoher Sensationswert erzielt werden. Die BettelLobbyWien hat es zu ihrer Aufgabe gemacht, den Hetzkampagnen Informationen entgegenzustellen.
Island in der Krise: eine zornige Gesellschaft und ein Freund und Feind verblüffendes Wahlresultat
«Eines unserer Hauptthemen war: Adoptieren Sie einen Obdachlosen! Die Menschen haben gesagt, das sei ein furchtbarer und unmenschlicher Witz – aber das war es nicht. Warum kümmert sich niemand um die Obdachlosen? Das ist ein Fehler des Systems. Nachdem wir das erklärt haben, haben die Menschen gemerkt, dass wir Ironie und Witz benutzt haben, um auf Probleme aufmerksam zu machen. Und das war unser Hauptziel.»
"Okaasan" - Die Suche nach der Mutter als Reise zu sich selbst
Milena Michiko Flašar ist eine Dichterin der inneren Extreme: Ihre Texte pendeln zuweilen zwischen rauschhaften Eskapaden einer Künstler-Bohème und heilig-nüchternen Ekstasen der Meditation. In Flašars zweiten Buch «Okaasan – Meine unbekannte Mutter» begibt sich die Protagonistin auf die Suche nach der allumfassenden Mutter und landet schließlich bei sich selbst.