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Kategorie: Thema :: öffentlicher Raum Seite: 1 2

Hartgeld auf Knopfdruck

Ohne Schmach und Pein und in der Gegend Herum-Knien

tun-bettlerautomat.jpg Einen Bettler-Automaten, nach einem Modell der Stadt Wien von 1927 gebaut, stellte der Künstler Johannes Heuer im Bezirksmuseum Floridsdorf aus – zwischen Schusterkugeln, zivilen Perkussionspistolen und mit Hakenkreuzen bestickten Taschentüchern.

Angst & Hass, weil Wissen fehlt

Ein Symposion beleuchtete das Betteln in Wien aus verschiedenen Perspektiven

bettelsymposium.jpg Wir alle kennen sie, die medialen Bilder von den «bettelnden Ostbanden», die täglich durch unsere Zeitungen geistern. Über das reale Leben der Menschen, die mit Betteln ein paar Euros zu verdienen versuchen, wissen wir allerdings wenig. Und wo Information fehlt, können Misstrauen, Angst und Hass Fuß fassen, kann eine Menschengruppe zu Sündenböcken stilisiert werden, kann mit Fehlinformation hoher Sensationswert erzielt werden. Die BettelL...

Dem "Hässlichen" nützt auch die Stille nicht

Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot

bettelverbot©.jpg Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position gewählt wurde, in der er sich in Sachen Armenvertreibung als der bessere Häupl darstellen könnte. Anfang Juli soll das Gesetz in Kraft treten,...
TUN & LASSEN - Caroline Kerschbaumer 06/2010 mehr lesen »»

Für eine City ohne Straßenkunst?

Vom Himmel stürzende Diabolos bedrohen TouristInnen und StadtbewohnerInnen!

Wann haben Sie den letzten Pflastermaler im Zentrum Wiens gesehen? Und wissen Sie, dass auch die Genies in Sachen Jonglage demnächst vielleicht aus dem Bild der Innenstadt gelöscht werden? Abraham Thill, unter dem Namen El Diabolero als Profi und Showmaster der Jongleurszene bekannt, will nach langjährigen Umtrieben von Stadt zu Stadt seinen Brotberuf, die Kunst des Diabolowerfens, in Wien ausüben. Hier lebt die Familie, hier lebt sein einjä...

Ich bin ein Stehaufmanderl

Sängerknabenverein überhäuft ParkschützerInnen mit Klagen. Darunter Eva Hottenroth

augartenspitz.jpg Auch am Augartenspitz zeigt der «Rechtsstaat» Österreich sein realistisches Gesicht. Während immer anschaulicher wird, dass sämtliche Bauvorbereitungsarbeiten rechswidrig sind, werden die seit Jahren friedlich für den Erhalt des denkmalgeschützen, historischen Parks Augarten kämpfenden AktivistInnen unter dem Motto „Gegner fertig machen – schnell den Bau durchdrücken – wenn nötig über Leichen gehen“ mit einer Flut von Klagen ü...
ARTISTIN - Josef Spitzwieser 04/2010 mehr lesen »»

Die Ausgeschiedenen treffen sich in der "Bar Rektum"

Nicht nur Enzis im Hof des Museumsquartiers

Die Siesta-Stimmung wird im Freiluftbereich des Museumsquartiers durch ein Objekt und dessen Bespielung ein wenig getrübt. Die "BarRektum" (in Form eines Darmausgangs) wurde dort nebst der "BikiniBar" (mit einem Bikini bekleideter weiblicher Rumpf) und dem "Darwin" (Spermium) platziert. Diese überdimensionalen und zum Teil begehbaren Objekte stammen aus dem niederländischen Atelier Van Lieshout, einem KünstlerInnenkollektiv, das in seinen int...

Würden Sie um 70 Cent pro Stunde jobben?

Eine Stadt nach der anderen will den BettlerInnen zur Hölle werden

bettelverbot.jpg Da staunten die Blauen, als die Roten die Initiative ergriffen, das Wiener Sicherheitsgesetz so zu ändern, dass die Polizei nunmehr praktisch jede Form von Betteln verhindern kann.

Betteln im Club 2

> Beispiel Bettelverbots-Debatte: ORF drückt das Club 2-Format unter    Stammtischniveau > Moral und Emotion dominieren Diskussion im ORF > Wo sind die ExpertInnen geblieben

Wer ist im Käfig? Wer fehlt im Käfig?

Zwischen den Gürtelfahrbahnen werden Kinder zu richtigen Männern

guertelkaefig.jpg Wer benützt die so genannten Gürtelkäfige? Wer okkupiert sie? Wer fehlt in den Gürtelkäfigen? Wer möchte sie benützen, fühlt sich aber ausgeschlossen? Über einen Beobachtungszeitraum von zwei Monaten – November und Dezember 2009 – versuchte die Wiener Lehrerin Doris Pichler mittels eines Foto- und Text-Tagebuchs Antworten auf diese Fragen zu finden. Ein Projektbericht, nebst einer ausgewählten Tagesbuchnotiz.
TUN & LASSEN - Doris Pichler 03/2010 mehr lesen »»

Sozis erlauben Jagd auf "Verwahrloste"

bettelnverbot.jpg 1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern, allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft») aufgenommen. In der Wiener Zentralkartei waren bis 1943 bereits 700.000 Personen erfasst, wie aus Materialien des Dokumentatio...

RiesenRuckSäcke

Über ein Phänomen unserer Zeit

rucksack.jpg Leopold Kesslers Arbeiten beschäftigen sich mit dem öffentlichen Raum, untersuchen die Topografie der Stadt – von Verkehrsführungen, die das urbane Leben strukturieren, bis zu Verhaltensweisen, die durch diese bestimmt werden. Plätze, Wege, Straßenschilder oder Absperrungen sind Ziel der Interventionen Kesslers und dienen als Material für seine Skulpturen. Darüber hinaus verweist er immer wieder auf die Lücken und Löcher in der systema...

Bücher geben und nehmen

Tauschkreislauf - vorerst in Notwehr:

bücherschrank.jpg Die Idee ist nicht neu, hat aber fast zwei Jahrzehnte gebraucht, um in Wien anzukommen. 1991 entwickelte das Künstlerduo Clegg & Guttmann in Graz das Konzept der „offenen Bibliothek“: An insgesamt drei Orten am Stadtrand wurden Container aufgestellt, um einen buchstäblich freien Tausch von Büchern zu ermöglichen. Die funktionierende „offene Bibliothek“ basiert auf einem sich selbst regulierenden Fluss von Geben und Nehmen: Nicht (...

Nur rechtsdrehender Walzer gestattet

wkrball.jpg Ein «Wasgehtmichdasan« geht nicht mehr. Ein neutrales «Wissenwireh: Linke gegen Rechte, das ist Uni-Folklore» ist Wahrnehmungsverweigerung. Wenn in Wien niemand mehr gegen den WKR-Ball demonstrieren würde, hätten die Hassprediger, die Holocaust-Verharmloser und die Straches aller europäischen Rechtsaußenparteien gesiegt, die sich alljährlich in diesem Hofburg(!)-Event versammeln. Halb haben sie schon gesiegt: Die Polizei hat die Demo geg...

Pass auf, kleine Hand, was du tust

Der öffentliche Raum ist nicht mehr für alle öffentlich

Öffentlraumschlechter.jpg «Der Bürger, der den übel riechenden Betrunkenen, den rüpelhaften Jugendlichen oder den aufdringlichen Bettler fürchtet, drückt nicht lediglich seine Abneigung gegenüber ungehörigem Verhalten aus. Er drückt ebenso ein Stückchen Volksweisheit aus, die eine zutreffende Verallgemeinerung enthält, nämlich dass ernst zu nehmende Straßenkriminalität in Gegenden floriert, in denen ungeordnetes (disorderly) Benehmen ungehemmt geschehen kann...

Die akademische Gruft

Kein Obdachloser muss im Audimax schlafen. Es gibt genug Alternativen, sagt Wehsely

uniobdachlos.jpg Manche GegnerInnen des Uni-Aufstandes rieben sich schon die Hände. An der «Flut» der Obdachlosen im besetzten Audimax werde die Studierendenbewegung scheitern. Diese plant jedoch gemeinsame Weihnachts- und Silvesterfeiern in der freien Republik Audimax – und erreichte durch ein überlegtes Sichtbarmachen des Andrangs der Armen, dass der Ausschluss der AusländerInnen aus der offiziellen Wohnungslosenhilfe erstmals breit thematisiert wird.

Übungsspielzeug für internationale Polizei

Finanziell profitiert die Wiener Polizei von den Bettlerinnen

Neulich am Schottentor: Vier Polizisten drängen eine alte Bettlerin in eine Ecke, der die Tränen herunterrinnen. Zwei der Polizisten sind Hilfspolizisten aus Rumänien und reden auf die Frau ein. Sie wären in Wien, um Hintermänner des Menschenhandels aufzudecken, erzählt einer später. „Ich habe gesehen, wie die alte Frau in einem weißen Kastenwagen abtransportiert wurde“, berichtet eine Geschäftsfrau. „Spektakulär wird ein armer Me...

An eurer "Ordnung" ersticken wir

Im Kampf gegen das Betteln beweisen Justiz und Exekutive Fantasie

ordnung.jpg Während der Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP von der «Stürmung des Christkindlmarktes durch Bettlerbanden» halluziniert, verhängte ein Richter des Unabhängigen Verwaltungssenats eine 20-stündige Polizeihaft gegen den Bettler und Augustinverkäufer Markus H. Sein Delikt: Beim Sitzen an der Hauswand ragten die Beine minutenlang einen (!) Meter in den mehr als zehn Meter breiten Gehsteig der Mariahilfer Straße.

Kostnix-Ökonomie sucht Kostnix-Haus

Rathaus schickte vermummte Polizei gegen ein Stück konkrete Utopie

Seit einigen Jahren sucht eine Gruppe junger Leute ein Haus, das Raum für kollektive, soziale, kulturelle und politische Projekte bietet. Für zehn Tage hatte das „Hausprojekt“ Anfang Oktober ein „Zuhause“ gefunden, in einem leer stehenden Objekt auf der Triester Straße. Dann zeigt die Wiener Stadtverwaltung, was sie von basisdemokratischen Projekten dieser Art hält: Am 12. Oktober um 4 Uhr früh wurde das Haus ohne Ankündigung gerä...
ARTISTIN - Ulrike Ulyanova 11/2009 mehr lesen »»

Das Lerchenfeld ist ein Begriff

Über eine Strasse, die kein Identitätsmarketing und kein Branding braucht

"Im Ort liegt auch ein Mehrwert. Das Lerchenfeld ist ein Begriff", sagt Estela Tschernutter, die seit vielen Jahren eine derjenigen ist, die das Gesicht des Weltladens an der Lerchenfelder Straße mitbestimmt. Heuer feiert der Weltladen sein 20-jähriges Jubiläum. An einer Straße wie dieser seinen 20er begehen zu können, dazu gehört einiges: Durchhaltevermögen, Energie, Kreativität, Veränderungsbereitschaft, Kommunikation, nicht zuletzt e...
TUN & LASSEN - Elke Krasny 11/2009 mehr lesen »»

See in Sicht

In Ostdeutschland wird aus Kohleabbaugebiet ein Freizeitparadies

In der ostdeutschen Niederlausitz befindet sich derzeit „Europas größte Landschaftsbaustelle“: Wo einst malocht (übersetzt: gehackelt), die Kohle aus der Erde geholt wurde, sollen sich die Leute schon bald erholen können. Einst das Energiezentrum der DDR, wird hier der Welt größte künstliche Seenlandschaft entstehen. Eine Schiffsanlegestelle und eine Uferpromenade gibt es schon. Auch ein „Seehotel“. Allein der See fehlt noch. A...

Wo Linz rebellisch war/ist

Aus der Kulturhauptstadt: Geschichte(n) erfahren mit dem Omnibus

Von einem Kampf zum anderen, sechste Station: Altenbergerstraße Nummer 35 in Linz. Alle steigen aus dem roten RebellInnen-Omnibus und begeben sich in ein eigentlich recht unauffälliges Haus. Hier gibt es keine offiziellen Gedenktafeln oder Erinnerungsformen.
ARTISTIN - Büro trafo.K 09/2009 mehr lesen »»

Statt zerstören vergolden

Ein Wiener Bahnhof in den letzten Zügen

Warum wurde der Südbahnhof immer so schnell zu einem unbeliebten Ort, dass er in seiner Geschichte dreimal komplett abgerissen wurde? War „der Süden“ früher Ort der Sehnsucht, so wird er heute – ähnlich „dem Osten“ – mit Flüchtlingen, Roma, Wanderarbeitern und Armut verbunden. Was folgt: ein riesiger „Haupt-“ oder „Zentralbahnhof“ mit integrierter Shopping-Meile.

Vom Blitz getroffen!

Flashmobs und die freie Gestaltbarkeit von Leben im öffentlichen Raum

Es ist kurzlebig. Es findet im öffentlichen Raum statt. Das Internet ist seine Voraussetzung. Es erstaunt alle Unbeteiligten. Es erscheint wie ein Spiel, ohne politisches Anliegen. Es ist einfach, aber dem Einfallsreichtum in ihm sind keine Grenzen gesetzt. Ob man die Bierdosen schwenkende Menge im Hof des Museumsquartiers dazu rechnen könne, ist umstritten.
TUN & LASSEN - Daniel Kalt 09/2009 mehr lesen »»

... eben auf Rädern leben

Vom mühsamen Kampf um ein alternatives Wohnen in Wägen

Eine bunt gemischte Gruppe empfängt mich am Donnerstag, dem 23. Juli, freundlich in der Hafenzufahrtstraße im 2. Bezirk, auf ihrem brandneuen Wagenplatz. In der Mitte des mit Wohnwägen und umgebauten LKW gestellten Kreises gibt es Kaffee, kalte Getränke und Snacks. Doch die Camping-Atmosphäre trügt, denn mensch will hier nicht Urlaub machen, sondern längerfristig wohnen – „alternativ wohnen“ (Lena). Bis vor kurzem war ihr Platz noch...
TUN & LASSEN - Anita Weidhofer 08/2009 mehr lesen »»

Ein Kinofilm für Nagl

Koalitionspartner der Grünen will Behinderten das Betteln verbieten

Schwarz und Grün regieren die steirische Landeshauptstadt. Wer färbt ab? Der Koalitionspartner der Grünen in Graz, die ÖVP, bleibt jedenfalls in Angelegenheit „Betteln in Graz“ streng auf Rechtskurs. Nun will Bürgermeister Siegfried Nagl sogar ein generelles Bettelverbot für Behinderte durchsetzen. Drehen die Politiker durch?

"Willst du mit mir spielen?"

Interview zu Pawel Althamers Secessions-Projekt

Kurz vor Eröffnung seiner Ausstellung fand Pawel Althamer Zeit für ein Interview. Während des Projekts war er nicht in Wien.

Heterogenes Tal in der Stadt

Raumplaner auf der Suche nach Unorten am Wienfluss

Das Wiental soll an Attraktivität zulegen bzw. stärker ins Bewusstsein der AnwohnerInnen gerückt werden – das sind Vorhaben der Wiental ArbeitsGruppe Gebietsbetreuungen (WAGG). Seit zwei Jahren arbeitet sie als Vernetzungsstelle und wünscht sich, dass die Bevölkerung das Angebot des niederschwelligen Zugangs (sowohl physisch als auch online) auch nützt und sich in der Gestaltung des eigenen Lebensraumes einbringt.

Sprechblasen-Guerilla

"Bubble Project" macht selbst Gewista-Flächen lesenswert

Ji Lee lebt in New York als Designer und Künstler. Das ergibt ein paradoxes Leben: Er entwirft Werbung – und kämpft gegen Werbung an. Letzteres gelang ihm am bemerkenswertesten mit seinem Bubble Project. Er druckte tausende leere Sprechblasen aus und klebte sie auf New Yorker Plakatwände, so dass die Passanten die Möglichkeit hatten, auf die Reklame zu reagieren. Wenn es stimmt, dass Wien die Hauptstadt des Wiener Schmähs ist, sollte die ...

Ein schönes Stück Stadt

Die Privatisierung des öffentlichen Raumes schreitet voran

„Die Stadt gehört dir“, lautet ein einprägsamer Werbeslogan der Wiener Linien, und fälschlicherweise glauben viele Menschen, sie wären mit diesem „dir“ angesprochen. Dabei sind es nur einige wenige, die damit gemeint sind. Diese allerdings können mit behördlicher Unterstützung rechnen, wenn sie sich ein Stück Stadt aneignen wollen, ohne nennenswert dafür bezahlen zu müssen. Ein kleiner Spaziergang durch den Wiener Alsergrund be...

"Bitte, danke, alles Gute!"

Vier Statements zur Arbeitssituation von PendlerbettlerInnen in Wien

Im Visier von Politik, Medien und Polizei sind seit Monaten die Menschen aus der Slowakei, Rumänien, Bulgarien oder anderen südosteuropäischen Ländern, die es – von unvorstellbarer Armut angetrieben – nach Wien zieht, um hier die Lebensgrundlage ihrer Person, meist ihrer gesamten Familie, zu erbetteln. Da sie in der Regel nicht auf Dauer in Österreich bleiben wollen, sondern je nach Herkunftsland im Wochenrhythmus oder für einige Monat...
ARTISTIN - Barbara Karahan 04/2009 mehr lesen »»

Blauer Schmied, roter Schmiedl?

Statement der BettelLobbyWien zu Häupls "Wiener Hausordnung"

Eine Symbiose von Strache und Boulevard sorgt in diesen Tagen für die Konstruktion immer neuer „Skandale“, als deren VerursacherInnen aber nicht, wie man meinen sollte, die FinanzkapitaljongleurInnen, sondern deren ärmste Opfer hingestellt werden: die BettlerInnen aus den Ländern Osteuropas. Nun will auch „der Chef persönlich“, nämlich Bürgermeister Häupl, „für Ordnung sorgen“. Die BettelLobbyWien, eine vor kurzem gegründete...

Achtung! Keine Satire

Hundert Stunden Polizeiarrest wegen Füße-Ausstreckens

Herbert S., Chefinspektor, ist bekannt für seine allgemein verständlichen und durchaus eloquent formulierten Sachverhaltsdarstellungen. Er ist einer der PolizistInnen, die – in wessen Auftrag eigentlich? – das “Bettlerunwesen“ in der Mariahilfer Straße einzudämmen haben: eine Sisyphos-Arbeit. Als Instrumentarium dafür stehen ihm z. B. das Landesicherheitsgesetz und die Straßenverkehrsordnung zur Verfügung.

200 Meter für alle!

Autofreie Stadt: Günther Emberger, TU Wien, vermisst politische Fantasie

Hartnäckig verteidigt die Mehrheit der StadtbewohnerInnen das, was ihre Lebensqualität nachträglich beeinträchtigt: das eigene Auto vor der Tür und die Möglichkeit, es ständig zu benutzen. StadtplanerInnen haben längst erkannt, dass eine autolose Stadt eine vernünftige Alternative ist. Längst sind auch Modelle entwickelt, die auch AutofanatikerInnen überzeugen könnten. Die in Spanien lebende Austauschstudentin Maria Garcia Blasco hat...

Stellungnahmen von BürgerInnen gegen die Anti-Bettler-Durchsagen

Wiener Linien und Bettler

Wiener Linien und Bettler (1) Die Durchsage erfolgt stündlich Mit großem Interesse las ich heute Ihren Artikel "WIR sind die Kunden" über das Bettelverbot der Wiener Linien. Zu Ihrer Information: Vor einer Woche schrieb ich diesbezüglich eine E-Mail an die Wr. Linien: „Einerseits verstehe ich das Bettelverbot in den U-Bahn-Stationen, andererseits zeigen Bettler nur die große Schere, die es leider zwischen Arm und Reich in unserer Gesellsc...

WIR sind die Kunden!

Sigmund Freud und die BettelLobbyWien zu den U-Bahn-Durchsagen

Sollte den Wiener Linien daran gelegen sein, ihre Lautsprecheranlagen mit Hilfe einer Durchsagenkampagne in Schuss zu halten, wüssten wir einen besseren Text: „Die Wiener Linien bedauern, sich an den unter dem Namen Cross-Border-Leasing bekannten Scheingeschäften mit einem US-Investor beteiligt zu haben. Das Verleasen des Wiener U- und Straßenbahnnetzes an einen US-Versicherungskonzern stellte sich im Zuge der Finanzkrise als risikoreiches ...

Katharina gehört allen

In Zagreb versammelt: Modelle angewandter Bürgermitbestimmung

Im Rahmen des Projekts „Operation Stadt“ fand zwischen 4. und 7. Dezember in Zagreb eine internationale Konferenz mit dem Titel „The Neoliberal Frontline: Urban Struggles in Post-Socialist Societies“ statt. Eingeladen waren StadtforscherInnen, ArchitektInnen und AktivistInnen aus Europa und den USA.

Fliegende Gummistiefel

Vor dem Finale des Ersten Wiener Bauerngolf-Cups

Wer sich seine Lebensmittel vom Bio-Bauernmarkt auf der Freyung holt, dem und der kommt ja vieles unter. Berge von bemalten Ostereiern ebenso wie haufenweise Kürbisse oder Burgen aus Strohballen. Aber tief fliegende Gummistiefel waren es bisher noch nie.

Miederstand! Profest!

Augarten: Rajas Schutzengel werden für privaten Investor zum Problem

Für die Augarten-AktivistInnen ist nach jahrelangen Scharmützeln um die Nutzung des so genannten Augarten-Spitzes ein vorläufiger Erfolg erreicht: Seitens des Denkmalamtes und der Wiener Sängerknaben ist entschieden worden, das barocke Pförtnerhäuschen mit umliegender Mauer nicht abzureißen und die Pläne für die Errichtung einer Sängerknaben-Konzerthalle (knapp hinter dem Barockensemble) völlig neu einzureichen. Die Künstlerin Raja Sc...

Mädchenspielplatz?

Beserlpark 4

Nur im Internet wird der Mortarapark im 20.Bezirk, Nähe Traisengasse als Mädchenspielplatz bezeichnet. Ohne geschichtlichen Hintergrund ist vor Ort davon nichts zu merken. Oder doch? Denn wer den vermeintlichen Haupteingang betritt und interessiert die Parkhinweistafel überfliegt, wird kurz beim Lesen ins Stocken geraten. Ein gegendertes Wort sticht ins Auge. Geschrieben steht: „In Erinnerung an den Sieg der ÖsterreicherInnen unter Erzhe...

Schwerkraft auflösen

Meina Schellander besetzt den öffentlichen Raum

Die Verspannungs-Künstlerin Meina Schellander hängte einen steinernen „Findling“ im Krastal zwischen Felsen in die Luft. Sie umnähte, umschlängelte und verspannte Kirchen in Wien und Maria Saal mit gelben und hellgrauen Seilen und Wörtern aus Holz und Metall. Die Installation „Raum Omega: Ruhe sanft du blaues Land“ mit einem riesigen blauen Polyesterei wird im Sommer in Kärnten zu sehen sein. Im Augustin-Gespräch gewährte sie Ein...

Hemmungsloses Wildern

AMPE Geusau macht Theater dort, wo nicht "Theater" draufsteht

Mit „Polkadots“ funktionierten AMPE Geusau vor sieben Jahren eine Wiener Abbruchswohnung für einige Tage zur Theaterbühne um. Oliver Hangl, Spezialist für Umsetzungen von Alltagskultur in öffentlichen Räumen, lud kürzlich die Theatergruppe zur Wiederaufnahme einer skurrilen Neurosen-Versammlung in seinen „k48“ in Neubau.

Das Ende vom Lied?

Die Wiener Stadtmusikanten. Eine Phantasie über die Straßenkunst

Unlängst äußerte Frau Doktor Stenzel, Bezirksvorsteherin von Wien 1, in einem Interview, sie könne sich durchaus vorstellen, dass eine „Fachjury“ eine Auswahl potenzieller Straßenmusiker bei einem Vorspiel oder Vorsingen treffen könne. Eine doppelte Hommage an die – ausgerechnet im Stadtzentrum einer angeblichen „Musikmetropole“ schikanierten – StraßenkünstlerInnen.

Strafpolitik statt Sozialpolitik

"Nulltoleranz" oder die Säuberung des Öffentlichen Raums

Kriminalität und Gewalt ist ein Problem großer Städte; in allen Kulturen zu allen Zeiten. Das Ausmaß von Gewalt und Verbrechen hängt aber immer auch mit Reichtum und Armut zusammen. Wachsende Ungleichheit und Armut haben Einfluss auf Kriminalitätsfurcht und Unsicherheit in den Gesellschaften. So weisen Länder mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich in der Regel auch höhere Verbrechensraten auf. Die Wiener Hysterie um die imaginär...

Biologische und soziale Sphären

Beserlpark-Report 1

Wo kann man sitzen, schreien, liegen, schlafen, quietschen, essen, rauchen, trinken, lesen und unbedenklich unbegründet stehen bleiben? Im eigenen Garten, würden die sagen, die so einen Flecken Grün besitzen. Der urbane Mensch muss etwas nachdenken, bis ihm einfällt, dass es so ein Angebot auch in UNSERER Stadt gibt.

In manchen Pässen: Vermerk "Bettlerin"

Betteln als Beruf? Teil 2

Ist Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Der Augustin brachte in der vorigen Ausgabe, 226, den ersten Teil des Interviews mit der Bildungswissenschafterin Marion Thuswald, das hier fortgesetzt wird. Sie sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen. Eine Erkenntnis: Nicht eine imaginäre „Mafia“, sondern die Polizei nimmt den Bettlerinnen das Geld ab. Thuswald entwickelte eine ungewÃ...

Shit passiert, UEFA kassiert

Nix gegen Fußball – aber alles gegen die unterwürfige Auslieferung der Stadt

1991 gab es in Wien eine Volksbefragung über die Abhaltung einer Weltausstellung. Zwei Drittel der WienerInnen stimmten dagegen. Die Angst vor der Veränderung der Stadt durch solch eine Großveranstaltung war zu groß. Um diesen Sorgen nicht noch einmal ein Ventil zu bieten, wurde über die Durchführung der Fußballeuropameisterschaft 2008 kein Volksentscheid durchgeführt. Dafür ist zu befürchten, dass die WienerInnen, aber auch viele ande...
TUN & LASSEN - Marcel Kneuer 05/2008 mehr lesen »»

Betteln als Beruf?

Frauen mit Überlebenskompetenz und "Habitus des selbstbewussten Leidens"

Ist Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Marion Thuswald sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen und entwickelte eine neue und ungewöhnliche Forschungsperspektive auf das Thema, die die Frauen nicht nur als passive Opfer ihrer sozialen Schieflage wahrnimmt.

Was treibt die Roma auf die Straßen Wiens?

Wenn die Massenmedien in Österreich zum journalistischen Brauch übergingen, Hintergrundinformationen zu laufenden Aufreger-Themen zu liefern, z. B. zur Debatte um die Kinder der BettlerInnen, würde die Neuauflage des verwurzelten Antiziganismus („Zigeunerhass“) auf Schwierigkeiten stoßen: auf eine aufgeklärte Öffentlichkeit. Diese würde auch durchschauen, dass wer von Bettlermafia oder Kindermissbrauchern redet, die Roma meint.

Was hat Fußball mit Betteln zu tun?

SP, VP, FP einig gegen die Ärmsten der Armen

Am 28. März beschloss der Wiener Landtag eine Novelle des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes. SPÖ, ÖVP und FPÖ stimmten geschlossen dafür, allein die Grünen sprachen sich dagegen aus. Die Stadt hatte es eilig – es wurde sogar eigens ein Sonderausschuss einberufen, um die Umsetzung bis Anfang Juni hinzukriegen. Ist die öffentliche Sicherheit in Gefahr?

Hausherr is watching you

Wien hat den elektronischen Blockwart erfunden

Eine Volksbefragung „Wollt ihr die Video-Überwachung der Ausländer in den Gemeindebauten?“ ist ebenso sinnvoll, das Ergebnis ebenso vorhersehbar wie eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe. Der Unterschied: Die Videoüberwachung von Müllräumen in Wiener Gemeindebauten gibt es wirklich, angeblich weil es das Mieter-Volk begehrt.

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